Investment einfach erklärt
Vermögen aufbauen, für die Zukunft vorsorgen – aber wie? Ich erkläre Ihnen verständlich, wie Investmentfonds funktionieren, welche Chancen und Risiken es gibt.
Was ist Investment überhaupt?
Investment bedeutet, Geld so anzulegen, dass es für Sie arbeitet – statt auf dem Girokonto an Wert zu verlieren.
Das Problem: Inflation frisst Erspartes
Wenn Sie 10.000 € auf dem Girokonto liegen lassen, haben Sie nach 10 Jahren zwar noch 10.000 € – aber Sie können sich davon deutlich weniger kaufen. Bei 3% Inflation pro Jahr sind das nur noch etwa 7.400 € Kaufkraft.
Die Lösung: Geld investieren
Beim Investieren legen Sie Geld in Wertpapiere an – zum Beispiel Aktien oder Anleihen. Ihr Geld hat die Chance, zu wachsen und die Inflation auszugleichen oder zu übertreffen.
💡 Wichtig zu verstehen
Investment ist keine Garantie für Gewinne. Kurse schwanken, und Sie können auch Geld verlieren. Deshalb ist eine gute Beratung wichtig – gemeinsam finden wir heraus, was zu Ihrer Situation passt.
Aktie vs. Fonds: Was ist der Unterschied?
Beide sind Wege, um in Unternehmen zu investieren – aber mit unterschiedlichem Risiko.
Einzelne Aktie
Sie kaufen einen Anteil an einem einzelnen Unternehmen (z.B. Siemens, Apple). Wenn das Unternehmen gut läuft, steigt der Kurs. Läuft es schlecht, kann der Kurs stark fallen.
Beispiel: Wirecard-Aktionäre haben 2020 fast alles verloren.
Investmentfonds
Ein Fonds sammelt Geld von vielen Anlegern und investiert es in viele verschiedene Wertpapiere. Ihr Risiko wird gestreut – fällt ein Unternehmen aus, fangen andere das auf.
Beispiel: Ein Fonds mit 100 Aktien – fällt eine um 50%, verliert der Fonds nur 0,5%.
Sparplan vs. Einmalanlage
Zwei Wege, in Fonds zu investieren – beide haben Vor- und Nachteile.
Sparplan
Regelmäßig kleine BeträgeSie investieren jeden Monat einen festen Betrag (z.B. 100 €). Bei niedrigen Kursen kaufen Sie mehr Anteile, bei hohen weniger – das nennt man „Cost-Average-Effekt“.
Vorteile
- Einstieg schon ab 25 € möglich
- Kein „falscher“ Einstiegszeitpunkt
- Automatisch und diszipliniert
- Durchschnittskosteneffekt glättet Schwankungen
Nachteile
- Bei stetig steigenden Kursen: weniger Rendite als Einmalanlage
- Dauert länger, bis größere Summe investiert ist
Einmalanlage
Größere Summe auf einmalSie investieren eine größere Summe auf einmal (z.B. 10.000 € aus einer Erbschaft). Das Geld arbeitet sofort vollständig für Sie.
Vorteile
- Gesamte Summe arbeitet sofort
- Bei langfristig steigenden Märkten: höhere Rendite
- Einfach und einmalig
Nachteile
- Timing-Risiko: Was, wenn Sie am Höchststand kaufen?
- Psychologisch belastend bei Kurseinbrüchen
- Größere Summe muss verfügbar sein
Meine Empfehlung
Für die meisten Anleger ist ein Sparplan der bessere Einstieg – er ist flexibel, diszipliniert und reduziert das Timing-Risiko. Eine Einmalanlage kann sinnvoll sein, wenn Sie bereits Erfahrung haben und das Geld langfristig nicht benötigen. In einem Strategiegespräch finden wir gemeinsam heraus, was zu Ihnen passt.
Chancen & Risiken – ehrlich erklärt
Investment ist kein Sparbuch. Hier sind die Fakten, die Sie kennen sollten.
Chancen
Vermögensaufbau
Langfristig haben Aktienfonds historisch 6-8% p.a. erzielt – mehr als Sparbuch oder Festgeld.
Inflationsschutz
Sachwerte wie Aktien können die Inflation langfristig ausgleichen.
Streuung
Fonds investieren in viele Unternehmen – das reduziert das Risiko einzelner Ausfälle.
Risiken
Kursschwankungen
Kurse können stark schwanken. 2008 verloren viele Fonds 40-50% – erholten sich aber wieder.
Kapitalverlust möglich
Sie können weniger zurückbekommen als Sie eingezahlt haben. Ein Totalverlust ist theoretisch möglich.
Langer Anlagehorizont nötig
Wer kurzfristig Geld braucht, sollte nicht investieren. Mindestens 5-10 Jahre planen.
Praxisbeispiel: 18 Jahre Sparplan mit DWS Vermögensbildungsfonds I
So könnte ein langfristiger Sparplan aussehen – mit realistischen Annahmen basierend auf historischen Durchschnittswerten.
📈 Das Szenario
Eine 30-jährige Angestellte beginnt einen monatlichen Sparplan über 18 Jahre. Ziel: Vermögensaufbau für die Altersvorsorge oder eine größere Anschaffung.
150 €
18 Jahre (216 Monate)
32.400 €
DWS Vermögensbildungsfonds I (WKN: 847652)
Der Fonds im Detail
DWS Vermögensbildungsfonds I ist ein aktiv gemanagter Aktienfonds, der weltweit in Unternehmen investiert. Er ist einer der ältesten und bekanntesten Fonds in Deutschland.
- ISIN: DE0008476524
- Fondswährung: Euro
- Anlageschwerpunkt: Internationale Aktien
- Aufgelegt seit: 1970
- Fondsvolumen: Ca. 4,5 Mrd. €
Der Fonds investiert in Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern – von Technologie über Gesundheit bis Konsumgüter. Diese Streuung reduziert das Risiko.
Annahmen für die Berechnung
Durchschnittliche jährliche Rendite: 6% p.a.
Diese Annahme basiert auf der historischen Durchschnittsrendite internationaler Aktienfonds über lange Zeiträume. Der MSCI World Index erzielte seit 1970 etwa 7-8% p.a. Wir rechnen konservativ mit 6%.
Laufende Kosten (TER): 1,45% p.a.
Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio) des Fonds beträgt etwa 1,45% pro Jahr. Diese Kosten sind bereits in der Wertentwicklung berücksichtigt.
Ausgabeaufschlag: 0% (bei Sparplan oft reduziert)
Viele Depotbanken bieten Sparpläne ohne Ausgabeaufschlag an. Ansonsten wären bis zu 5% möglich.
Die Berechnung: So wächst das Vermögen
Bei einem monatlichen Sparplan profitieren Sie vom Cost-Average-Effekt: Sie kaufen automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind, und weniger, wenn sie hoch sind. Das glättet Schwankungen.
Endwert nach 18 Jahren
Entwicklung über die Zeit
Sie sehen: Der Zinseszinseffekt wird mit der Zeit immer stärker. In den letzten 3 Jahren wächst das Vermögen schneller als in den ersten 5 Jahren.
Wichtige Hinweise
- Dies ist eine Modellrechnung mit vereinfachten Annahmen. Die tatsächliche Wertentwicklung kann davon abweichen – sowohl nach oben als auch nach unten.
- Kursschwankungen sind normal: In manchen Jahren kann der Fonds 20-30% verlieren, in anderen 30-40% gewinnen. Langfristig glätten sich diese Schwankungen.
- Keine Garantie: Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein Kapitalverlust ist möglich.
- Steuern nicht berücksichtigt: Auf Gewinne fallen Abgeltungsteuer (25% + Soli + ggf. Kirchensteuer) an. Der Sparerpauschbetrag (1.000 € pro Person) kann genutzt werden.
Interesse an einem eigenen Sparplan?
Lassen Sie uns gemeinsam berechnen, was für Sie möglich ist.
Jetzt Termin vereinbarenBevor Sie investieren: Der Notgroschen
Bevor Sie an Investment denken, sollten Sie finanziell abgesichert sein.
Was ist ein Notgroschen?
Ein Notgroschen ist Geld, das Sie jederzeit verfügbar haben – für unerwartete Ausgaben wie Autoreparaturen, Waschmaschine kaputt oder Jobverlust.
Wie viel sollte es sein?
- Angestellte: 3 Monatsgehälter
- Selbstständige: 6 Monatsgehälter
- Familien mit Kindern: Eher mehr
Wo aufbewahren?
Auf einem Tagesgeldkonto – jederzeit verfügbar, aber getrennt vom Girokonto, damit Sie nicht in Versuchung kommen.
Warum ist das so wichtig?
Wenn Sie Ihren Notgroschen in Fonds investieren und dann plötzlich Geld brauchen, müssen Sie vielleicht in einer Schwächephase verkaufen – mit Verlust.
Erst Notgroschen, dann investieren. In unserem Gespräch prüfen wir gemeinsam, ob Sie bereit für Investment sind.
Häufige Fragen zum Investment
Kann ich mein Geld verlieren?
Was ist der Unterschied zwischen aktiven und passiven Fonds?
Wie viel sollte ich mindestens anlegen?
Wann kann ich an mein Geld?
Welche Kosten fallen an?
Bereit für ein Strategiegespräch?
Gemeinsam analysieren wir Ihre Situation, Ihre Ziele und Ihre Risikobereitschaft – und finden heraus, ob und wie Investment zu Ihnen passt.